System 1 – ‚Transatlantische Beziehungen‘


Was ist die Idee des Systems?


Das System basiert auf der Hypothese, dass die Entwicklung von US-amerikanischen Aktien-Indizes Einfluss auf die kurzfristige Entwicklung des DAX-Index hat.


Wie funktioniert das System?


Neben US-Index-Kursen der Vergangenheit gehen auch Schlusskurse des jeweiligen Börsentages in die Berechnungen des Modells ein. Somit können nach Börsenschluss in den USA die Berechnungen des Modells starten. Im Ergebnis entscheidet das Modell, ob am nächsten Börsentag long, short oder überhaupt nicht in den DAX investiert werden soll. Soll am nächsten Tag long oder short investiert werden, so geht das Modell von einer Investition zum Eröffnungskurs des DAX (9 Uhr MEZ) aus.


Welche Ein-/Ausstiegskurse sind relevant und wie lange beträgt die Haltedauer der eingegangen Position?


Nach Einstieg in den DAX zum Eröffnungskurs des jeweiligen Börsentages (“Tag 1“), soll die Position standardmäßig bis zum Ende des folgenden Börsentages gehalten werden, so dass zum Schlusskurs des DAX verkauft wird (“Tag 2“). Allerdings wird die Position vorzeitig geschlossen, wenn ein Stopp-Ereignis eintritt.


Welche Situationen sorgen für einen vorzeitigen Ausstieg?


Mehrere Situationen können eintreten, die gemäß der Modell-Logik ein vorzeitiges Schließen der eingegangenen Position veranlassen. Häufig wird die Position dadurch vorzeitig geschlossen, dass ein Verlust in Höhe des Stopp-Loss-Niveaus eintritt.  Das Stopp-Loss-Niveau beträgt 30 Punkte-Verlust. Ein vorzeitiges Schließen der Position kann an beiden Handelstagen erfolgen:

A)  Börsentag 1:
Am Tag des Einstiegs wird ein Stopp-Loss-Kurs in Höhe von 30 Punkte ab Eröffnungskurs (= Einstiegskurs) festgesetzt. Im Falle einer long-Position wird also der Stopp-Loss-Kurs 30 Punkte unterhalb (bei short-Positionen 30 Punkte oberhalb) des Eröffnungskurses gesetzt. Somit ist das Verlustpotenzial auf 30 Punkte begrenzt.

B)  Börsentag 2:
Sollte die Position am Tag 1 nicht ausgestoppt worden sein, so sieht die Logik des Modells die Unterscheidung von 3 vorzeitigen Ausstiegsszenarien vor, in Abhängigkeit vom Eröffnungskurs des Börsentages 2:

Fall 1:  DAX-Eröffnungskurs am Tag 2 mit höherem Verlust als -30 Punkte (Stopp-Loss-Niveau):
Sollte bei einer eingegangen long-Position der Eröffnungskurs des Tages 2 um mehr als 30 Punkte unterhalb des Einstiegskurses (= Eröffnungskurs Tag 1) liegen bzw. im Falle einer short-Position 30 Punkte oberhalb des Einstiegskurses, so wird die Position mit einem Verlust von mehr als 30 Punkten geschlossen.

Fall 2:  DAX-Eröffnung am Tag 2 in der Range zwischen > -30 Punkte und < +35 Punkte:
Sollte bei einer eingegangen long-Position der Eröffnungskurs des Tages 2 um weniger als 30 Punkte unterhalb und weniger als 35 Punkte oberhalb des Einstiegskurses (= Eröffnungskurs Tag 1) liegen bzw. im Falle einer short-Position um weniger als 30 Punkte oberhalb und weniger als 35 Punkte unterhalb des Einstiegskurses (= Eröffnungskurs Tag 1), so wird als Stopp-Loss-Niveau exakt dasjenige Niveau des Tages 1 verwendet, also 30  Punkte unterhalb des Einstiegskurses.

Fall 3:  DAX-Eröffnung am Tag 2 mit mehr als 35 Punkten Gewinn:
Sollte bei einer eingegangen long-Position der Eröffnungskurs des Tages 2 um mehr als 35 Punkte oberhalb des Einstiegskurses liegen (= Eröffnungskurs Tag 1) bzw. im Falle einer short-Position um mehr als 35 Punkte unterhalb des Einstiegskurses, so wird als Stopp-Loss-Niveau der Einstiegskurs, zzgl. 30 Punkte im Falle einer long-Position bzw. abzgl. 30 Punkte im Falle einer short-Position, gewählt. Somit wird bei Auslösung des Stopp-Events ein Gewinn in Höhe von 29 Punkten erzielt, unter Berücksichtigung der Transaktionskosten von 1 DAX-Punkt (s. unten).


Welche Probleme ergeben sich durch Verwendung von Eröffnungskursen?


Eine besondere Situation entsteht, wenn der DAX mit einem großen Gap zum letzten Schlusskurs (Kurssprung) eröffnet. Problem hierbei ist, dass bei solchen GAP-Eröffnungen der Eröffnungskurs manchmal verzerrt und nicht handelbar ist. Also geht das Modell zwecks Gewinn-/Verlustberechnung davon aus, dass wenn der X-DAX mit einem GAP von > +150 Punkten („long-GAP“) bzw. < -150 Punkten („short-GAP“) zum letzten Schlusskurs des DAX eröffnet, der höhere Eröffnungskurs aus DAX und X-DAX verwendet wird im Falle eines “long-GAP” bzw. der tiefere Eröffnungskurs aus DAX und X-DAX im Falle eines “short-GAP”. Hierdurch soll vermieden werden das Modell „schön zu rechnen“.


Welche Performance hatte das System in der Vergangenheit?


Nachfolgend soll die Performance des DAX-Index mit der Performance des Systems 1 seit 07.01.2000 verglichen werden.
Der DAX hat in über 18,5 Jahren einen Gewinn i.H.v. insgesamt ca. 92% realisiert, allerdings bei hoher Volatilität. Wenn z.B. im März 2000 long in den DAX investiert wurde, so geschah dies zu einem Index-Stand von über 8.000 Punkte. Im März 2003 betrug der Index-Stand zeitweise weniger als 2.400 Punkte, was vermutlich das Potenzial hatte, den ein oder anderen Investor nervös zu machen.
Das System 1 hat im selben Zeitraum insgesamt eine Performance i.H.v. ca. 460% erzielt, bei relativ geringer Volatilität. Da nach der Logik des Systems 1 allerdings viele Positionen eingegangen und geschlossen wurden, müssen Transaktionskoten in die Betrachtung eingeschlossen werden. In den 460% Performance wurden daher Transaktionskosten i.H.v. 1 DAX-Punkt Spread je Transaktion bereits berücksichtigt.
Die Performance und die geringe Volatilität des Systems 1 beeindrucken zwar, wichtig ist jedoch, dass die Performance der Vergangenheit an der Börse niemals eine Garantie für die zukünftige Performance gibt.

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