System 2 – ‚Der Kurs spricht Bände(r)‘


Was ist die Idee des Systems?


Das System versucht Überkauft- und Überverkauftsituationen im Euro-Stoxx-50-Index zu finden unter Zuhilfenahme mathematischer Algorithmen, die auf historische Preise des Euro Stoxx 50 angewandt werden.


Wie funktioniert das System?


Die grobe Modell-Logik basiert auf einer Abwandlung der von John Bollinger eingeführten Bollinger Bändern. Hierbei wird zunächst ein Gleitender Durchschnitt berechnet. Anschließend wird die Standardabweichung (entspricht der Volatilität bzw. Schwankungsfreude) des Euro Stoxx 50 bestimmt und diese gewichtet mit einem Faktor dem Gleitenden Durchschnitt hinzuaddiert (=oberes Bollinger-Band) bzw. von diesem subtrahiert (=unteres Band). Im Ergebnis wird dadurch der Chart des Euro Stoxx 50 durch zwei Linien umrandet, wobei die Berührung der Linien eine Überkauft- (oberes Band) bzw. Überverkauftsituation (unteres Band) anzeigen sollen. Im Modell wird diese Logik durch verschiedene Parameter abgewandelt, aber die Grundidee bleibt in groben Zügen erhalten.


Welche Ein-/Ausstiegskurse sind relevant und wie lange beträgt die Haltedauer der eingegangen Position?


Nach Einstieg in den Euro Stoxx 50 zum Schlusskurs des jeweiligen Börsentages (“Tag 1“), wird die Position standardmäßig mehrere Börsentage gehalten bis ein täglich neu festgelegtes Kurszielniveau auf Schlusskursbasis erreicht wird. Bei Erreichen des Kurszielniveaus oder Einstiegssignal in Gegenposition wird die Position zum Schlusskurs des jeweiligen Börsentages („Tag X“) verkauft. Da das Kurszielniveau, zu dem verkauft werden soll, täglich am Vortag neu berechnet wird, ist die exakte Haltedauer zum Einstiegszeitpunkt nicht bestimmt. Die Position wird vorzeitig geschlossen, wenn ein Stopp-Ereignis eintritt.


Welche Situationen sorgen für einen vorzeitigen Ausstieg?


Zwei Situationen können eintreten, die gemäß der Modell-Logik ein vorzeitiges Schließen der eingegangenen Position veranlassen:

A) Verlust zum Eröffnungskurs eines Folgetages:
Ein vorzeitiger Ausstieg aus der Position erfolgt immer dann, wenn an einem Börsentag zum Eröffnungskurs ein Verlust entsteht (unabhängig von der Verlusthöhe) – wenn also gilt: Eröffnungskurs < Einstiegskurs (im Falle einer long-Position) bzw. Eröffnungskurs > Einstiegskurs (im Falle einer short-Position).
Eine besondere Situation entsteht, wenn der Euro Stoxx 50 mit einem großen Gap zum letzten Schlusskurs (Kurssprung) eröffnet. Problem hierbei ist, dass bei solchen GAP-Eröffnungen der Eröffnungskurs verzerrt und nicht handelbar ist. Also geht das Modell zwecks Gewinn-/Verlustberechnung davon aus, dass wenn eine außerbörsliche Indikation zum Euro Stoxx 50 mit einem GAP von > +40 Punkten („long-GAP“) bzw. < -40 Punkten („short-GAP“) zum letzten Schlusskurs des Euro Stoxx 50 eröffnet, der höhere Eröffnungskurs aus Euro Stoxx 50 und einer außerbörslichen Indikation zum Euro Stoxx 50 verwendet wird im Falle eines „long-GAP“ bzw. der tiefere Eröffnungskurs aus Euro Stoxx 50 und einer außerbörslichen Indikation zum Euro Stoxx 50 im Falle eines „short-GAP“, um das Modell nicht „schön zu rechnen“.

B) Verlust i.H.v. 15 Punkten während des Börsenhandels:
Sollte die Position nicht durch Fall A) ausgestoppt worden sein, so wird die Position dann ausgestoppt, wenn während des Börsenhandels ein Verlust in Höhe von 15 Punkten entsteht. Der Stopp wird also ausgelöst, wenn im Falle einer long-Position der aktuelle Kurs des Euro Stoxx 50 um 15 Punkte unterhalb des Einstiegskurs gehandelt wird bzw. im Falle einer short-Position der aktuelle Kurs des Euro Stoxx 50 um 15 Punkte oberhalb des Einstiegskurses gehandelt wird.


Welche Performance hatte das System in der Vergangenheit?


Nachfolgend soll die Performance des Euro-Stoxx-50-Index mit der Performance des Systems 2 seit 02.01.2006 verglichen werden.
Der Euro Stoxx 50 hat in fast 10 Jahren einen Verlust i.H.v. insgesamt ca. 18% realisiert, allerdings bei hoher Volatilität.

Zum Vergleich soll nun die Performance des Systems 2 analysiert werden. Hier wurde insgesamt eine Performance i.H.v. ca. 89% erzielt, bei relativ geringer Volatilität. Da nach der Logik des Systems 2 allerdings viele Positionen eingegangen und geschlossen wurden, müssen Transaktionskoten in die Betrachtung eingeschlossen werden. In den 89% Performance wurden daher Transaktionskosten i.H.v. 1 Euro-Stoxx-50-Punkt Spread je Transaktion bereits berücksichtigt.
Die Performance und die geringe Volatilität des Systems 2 beeindrucken zwar, wichtig ist jedoch, dass die Performance der Vergangenheit an der Börse niemals eine Garantie für die zukünftige Performance gibt.

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